Eröffnung des Matzener Sommers

11. Juni 2005


"Militär einst und jetzt"
MILITÄRMUSIK TIROL und die Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK

"Der Traum eines österreichischen Reservisten"
"Der Große Zapfenstreich des Österreichischen Bundesheeres"
mit großem Schlussfinale

 



Mit einem Großaufgebot von ca. 140 Musikern bei dem
die MILITÄRMUSIK TIROL 60 Mann und die Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK 80 Mann stellten musizierte an diesem Abend das größte "Philharmonische Blasorchester" in Tirol.

Unter der bewährten musikalischen Leitung des "Maestros" Militärkapellmeister Major Hannes Apfolterer wurde auf höchstem Niveau musiziert!

 

 

Nach dem Motto: "Militär einst und jetzt" wurde eine Verbindung zwischen den zwei Blasorchestern neu geschaffen, Freundschaften geknüpft. Es war für alle beteiligten Musiker ein ganz besonderes Konzert miteinander konzertieren zu dürfen. Unter der Regie und schauspielerischen Bearbeitung von Reinhard Exenberger aus Niederndorf und der Gesamtleitung von Militärkapellmeister Major Hannes Apfolterer wurde mit insgesamt 440 Akteuren von Musikern der beiden Blasorchestern, Schauspielern der Volksbühnen des Bezirkes Kufstein, Soldaten der Stabskompanie des Militärkommando Tirols, einer Tragtierstaffel des Österreichischen Bundesheeres, einer Ehrenformation der Tiroler Kaiserjäger Schwaz, Schützenkompanie Brixlegg, Bundesmusikkapelle Alpbach, Schützenkompanie Kramsach, Bundesmusikkapelle Brandberg, einer Kanone der Kaiserjägerkompanie Schwaz, einer großen Kanone des Landsturmes Hart im Zillertal, einer großen Kanone des Landsturmes Söll, einer Kaiserkutsche mit Gespann aus Radfeld mit Lutterotti Christian und Vroni, einem Leichenwagen von Meixner Ruppert aus Kramsach mit zwei Pferden von Gasthaus Pension Knapp aus Strass i.Z., einer Schmiede von Gasthaus Pension Knapp aus Strass i.Z., Ziegen von Bäckerei Angerer aus Kramsach ein wahrer Traum geschaffen!

Es war eine grandiose Aufführung dieses Meisterwerkes von. C.M. Ziehrer das jeden Besucher innerhalb kürzester Aufführungszeit in eine andere Welt verzauberte!
Ein Schmaus für Augen und Ohren! Auf den ausverkauften Tribünen wurde tobender Applaus gespendet.


Mit dem "Großen Zapfenstreich des Österreichischen Bundesheeres", der "Tiroler Landeshymne", dem "Bozner Bergsteigermarsch" und dem Marsch "Mein Tiroler Land" mit dem Gesang aller Musiker, Formationen und Konzertbesucher wurde dieses Konzert mit frenetischem Beifall beendet!

Man wird sicherlich lange von diesem musikalischem Großereignis erzählen und der Stellenwert "Blasmusik in Österreich" wurde bestens aufgewertet!
Es bleibt nur zu hoffen, daß gerade in dieser Zeit der "Bundesheerreform" der Weiterbestand aufgrund des kulturellen und militärischen Stellenwertes der Militärmusik Tirol auch für die weitere Zukunft gesichert bleibt!

 

 

"Der Traum eines österreichischen Reservisten"
"Großes militärisches Tongemälde"

Komposition: Carl Michael Ziehrer (1843-1922)
Bearbeitung: Prof. Siegfried Somma

 

C.M. Ziehrer, am 2. Mai 1843 als Sohn eines Hutmachers in Wien geboren tritt in einer Zeit, als Johann Strauß Sohn die großen Wiener Ballsäle beherrschte mit Mühe dem väterlichen Gewerbe als entflohener Anfänger, kaum 20-jährig, im Dianasaal an der Spitze eines 50 Mann starken Orchesters erstmals vor die Öffentlichkeit.
Das Wagnis gelingt über alles Erwarten.
Ziehrers Kapelle wurde in kürzester Zeit sehr beliebt, das erste Hundert seiner leicht hingeworfenen Jugendkompositionen war bald erreicht.
In der Folge finden wir ihn mit mehrjährigen Unterbrechungen, die er zu Reisen nach Rumänien, Deutschland und Rußland benützt, der Reihe nach bei drei verschiedenen Infantrie-Regimenten als Militärkapellmeister, zuletzt (1885-1893) beim Wiener Hausregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, bei denen seine Popularität ohne Zweifel den Höhepunkt erreichte.
1908 als Hofballmusikdirektor ernannt, trat C.M. Ziehrer damit als vierter und letzter mit diesem Titel ausgezeichneten Musiker die Nachfolge von Johann Strauß Vater und Sohn und Eduard Strauß an.
C.M. Ziehrer schuf in der Zeit seines musikalischen Schaffens 20 Operetten und etwa 600 Tanzstücke und Märsche.
In seinen Kompositionen offenbart sich ein rhythmischer und melodischer Einfallsreichtum, der in allen Schaffensperioden seine besondere Marke trägt. Seine Walzer, wie "Wiener Bürger" (Uraufführung 1891 anläßlich des ersten Balles der Stadt Wien) "Weaner Mad´ln","Faschingskinder","Nachtschwärmer", "Hereinspaziert" sind in ihrem mitreißendem Schwung, ihrer urwienerisch-gefühlvollen Schmiegsamkeit bis heute übertroffen. Leider hatte die Not nach dem ersten Weltkriege auch vor seiner Tür nicht haltgemacht, da die Ersparnisse einer mehr als 60-jährigen Arbeit teils entwertet, teils verausgabt waren.
C.M. Ziehrer verbrachte seine letzten Lebensjahre in sehr bescheidenen Verhältnissen in Wien, verfiel einem schweren Siechtum, von dem ihn der Tod am 14. November 1922 erlöste.
Mit dem "Traum eines österreichischen Reservisten" schuf C.M. Ziehrer ein großartiges militärisches Tongemälde mit der Geschichte eines Dorfschmiedes der nach einem arbeitsreichen Tag einschläft und im Traum seine Soldatenzeit mit all ihrem Glanz und Manöverzauber erlebt. Das musikalische Geschehen wird mit Wasserrauschen, Vogelgezwitscher, Schmiedegehämmer, Glockengeläute, Signalen, Kommandos und Schlachtenlärm untermalt.
Die Erstaufführung dieses gewaltigen Tongemäldes erfolgte an Silvesterabend des Jahres 1890 mit den "Hoch und Deutschmeistern", deren Kapellmeister C.M. Ziehrer zu dieser Zeit war. Über die Entstehung erzählt C.M.Ziehrer 25 Jahre nach der Uraufführung: "Mit Potpourris, die ich für meine Konzert zusammenstellt, hatte ich so große Erfolge, daß mir auf dieser Weise die Idee zum "Traum eines österreichischen Reservisten" kam.
Auch die textliche Grundlage zu den verschiedenen musikalischen Teilen des Tongemäldes habe ich selbst verfasst und dasselbe am 31. Dezember 1890 beim "Stalener" mit meinen "Hoch und Deutschmeistern" zum ersten Male aufgeführt. Wie in einer Kirche lauschte die große Menge an Zuhörern bei der Aufführung, brach aber bei den patriotischen Stellen in frenetischen Jubel aus, und zum Ende ein rauschender Applaus, wie ich ihn selten in meinem Leben erlebt habe.
Oft habe ich den Traum des Reservisten gespielt und er hat seinen Weg durch die ganze Welt gemacht."

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